Promemoria Auschwitz

Auch heuer nahmen hunderte Jugendliche aus Südtirol, Nordtirol, Trentino und anderen Regionen Italiens  am internationalen Bildungsprojekt  PROMEMORIA AUSCHWITZ mit dem Höhepunkt der Reise nach Krakau und in das Vernichtungslager Auschwitz im  Februar teil. Wir haben drei Teilnehmerinnen, Melanie, Anna und Flutra, Schülerinnen der 4A WFO des Oberschulzentrums Sterzing,  nach der Rückkehr befragt.

 

  1. Wie bist du auf dieses Projekt gekommen?

Melanie:

Ich habe durch einen Freund und Bekannten vom Projekt „Promemoria Auschwitz“ erfahren und war sofort daran interessiert. Zudem habe ich von der Schule eine E-Mail mit dem Flyer erhalten. In der Mittelschule bin ich bereits im KZ Dachau gewesen. Als ich damals zu Hause vom Erlebten erzählt habe, haben mir Verwandte empfohlen, später nach Auschwitz zu fahren.                                  

                                                      

 

  1. Wie habt ihr euch darauf vorbereitet?

Anna, Flutra, Melanie:

In den vier  Vortreffen haben wir durch Gruppenarbeiten, Präsentationen von den Tutoren und der Besichtigung der Synagoge und des jüdischen Friedhofs in Meran den geschichtlichen Hintergrund aufgearbeitet. Mit Dokus, Büchern und Filmen konnte sich jeder individuell auf die „Reise der Erinnerung“ vorbereiten.  

 

  1. Wie hast du die Reise erlebt?

Flutra:

Die Reise selbst war ein Chaos der Gefühle. Es war eine sehr spezielle Reise. Sie war Interessant, beeindruckend und lehrreich. Einerseits war alles mit Trauer und Hass verbunden und  die ganze Zeit waren diese Gefühle präsent. Andererseits konnte ich mich  durch die Gruppe und die Gemeinschaft ablenken und ich konnte zwischendurch auch Spaß haben. So eine Reise gehört meiner Meinung nach zur Allgemeinbildung, denn jeder kann sehr authentisch erfahren, wozu Menschen fähig sind.

                                                         

  1. Was könnt ihr zur Organisation der Reise sagen?

Anna, Flutra, Melanie:

Die Reise selbst war allgemein gut organisiert und geplant. Jeder Tag war gut eingeteilt und man konnte immer etwas Zeit für sich selbst finden. 

Während der ca. 16 Stunden Zugfahrt hatte man genügend Zeit sich besser kennenzulernen und sich auf die kommenden Tage vorzubereiten.

Am 1. Tag lernten wir die Stadt Krakau und die typischen polnischen Gerichte kennen. Am Tag danach haben wir das Ghetto, Schindlers Museum und das jüdische Viertel besichtigt. Dort konnte man Orte aus dem Film „Schindlers Liste“ erkennen.

Der dritte Tag war gekommen. Der Tag,  auf den wir schon solange hingearbeitet hatten. Schon um 05:30 machten wir uns auf den Weg in die Gedenkstätte Auschwitz I. Am Vormittag haben wir das Stammlager Auschwitz I besichtigt und am Nachmittag das Außenlager Auschwitz-Birkenau. 

Am nächsten Tag hatten wir die Möglichkeit,  die Eindrücke zusammen in der Gruppe zu verarbeiten. Als Abschluss des Projekts wurde am Abend von der Organisation „deina“ für die gesamten 823 Teilnehmer ein feierlicher Ausklang organisiert. 

Die Abreise erfolgte ohne Probleme und die Jugendlichen machten sich auf den langen Heimweg. 

 

DIE REISE DER ERINNERUNG BEGINNT JETZT!

 

  1. Was hat dich besonders beeindruckt?

Anna:

Besonders beeindruckt hat mich das KZ Auschwitz I mit dem Außenlager Birkenau. Erst dort wurden mir die Brutalität, der grausame Umgang mit den Menschen und das willkürliche Töten der Nationalsozialisten bewusst. Jeder Mensch war nur noch eine Nummer im System.  Auch Personen wie Oskar Schindler haben mich beeindruckt, die durch ihre Hilfe tausende Menschenleben gerettet haben. 

                                                           

 

  1. Wie seht ihr den Holocaust?

 

Anna,  Flutra, Melanie:

Es ist eigentlich unvorstellbar, wie gleichgültig ein Menschenleben im Vernichtungslager war. Millionen Menschen wurden grundlos aus ihrem alltäglichen Leben gerissen, ohne ansatzweise etwas dafür zu können. Sie wurden behandelt wie Objekte, ausgenutzt bis auf das Letzte. Durch eine einzige Handbewegung wurde über Leben und Tod entschieden. Auch wenn man so nah am Ort des Schreckens war, ist es unmöglich, sich vorzustellen, wie grausam Menschen behandelt worden sind.  

 

 

“Those who do not remember the past are condemned to repeat it” - George Santayana