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Ethical Banking

Langsamer, bewusster, menschlicher

Das ist das Motto des Projektes Ethical Banking , welches in 23 Raiffeisen-Partnerkassen in ganz Südtirol angeboten wird. Die Schülerinnen und Schüler der 4A, 5A und 5B WFO Sterzing durften dazu nähere Informationen entgegennehmen. Roland  Furgler, Projektleiter und Koordinator aller Partnerkassen, stellte  die Kernideen und Beispiele in einem  Vortrag vor.

Erwin Schiefer betreut in der Raiffeisenkasse Wipptal  seit 15 Jahren das innovative Spar- und Finanzierungsprojekt. Er stellte in seinen Begrüßungsworten den  Mitinitiator und Koordinator des Projektes, Roland Furgler vor, der dann in seinem ausführlichen Referat dieses Gemeinschaftsprojekt verschiedener Kassen, Verbände und Genossenschaften genauer vorstellte. Es sei eine „Alternative für verantwortungsbewusste Sparer“ und damit habe man sich zum Ziel gesetzt, sorgfältig mit den Sparmitteln der Kunden umzugehen. Der Kunde kann nämlich selbst darüber entscheiden, für welche sozialen, ökologischen und damit sinnvollen Projekte die Bank sein Spargeld zur Verfügung stellen soll und er kann durch seinen Verzicht auf maximale wirtschaftliche Rendite dazu beitragen, dass das Finanzierungsprojekt zu Förderkonditionen vergeben werden kann.

Es gilt, die Zukunft lebenswerter zu gestalten.   Solidarität, Selbstverantwortung,  Hilfe zur Selbsthilfe - drei Grundgedanken, die bewusst gelebt werden.

Bei Ethical Banking werden bislang sieben Bereiche gefördert:  Gerechter Handel, Bäuerlicher Notstandsfonds, Biologische Landwirtschaft, Weniger Handicap für Menschen mit Beeinträchtigung, Energetische Sanierung, Erneuerbare Energien und Handwerk in Südtirol, welche der Referent im Detail genauer vorstellte. 

Ethical Banking stellt den Menschen in den Mittelpunkt, möchte deutlich mehr auf seine Bedürfnisse eingehen. Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit sind immer die Ziele herkömmlicher Spareinlagen. Hier kommt aber der Verwendungszweck hinzu. Es gilt nämlich etwas zu finanzieren, was der Allgemeinheit  zugutekommt.  Nicht Gewinnmaximierung, sondern Nutzenmaximierung stehe im Vordergrund. Für Roland Furgler ist das Projekt gerade wegen der absoluten Transparenz interessant und zeitgemäß: Jede Finanzierung kann/wird nämlich öffentlich gemacht (Homepage, Youtube Kanal, Facebook).  Vordergründig gehe es darum lokale, regionale Kreisläufe zu finanzieren und somit bleibt der Geldkreislauf überschaubar, die Wertschöpfung bleibt im Lande und es gelingt, Sparer und Kreditnehmer zusammenzuführen und sozialen Austausch zu ermöglichen. Der Referent zeigte am Ende seiner Ausführungen konkrete Beispiele, wie sinnvoll  die Geldmittel im Bereich Biologische Landwirtschaft im Wipptal eingesetzt wurden.  Zum Schluss durften die Schülerinnen und Schüler noch Fragen stellen.